Das Thema Bettwanzen auf Berghütten im Alpenraum ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus von Medien, Alpenvereinen und der Öffentlichkeit gerückt. Durch ihre Bauweise mit einem starken hölzernen Anteil, verwinkelten Räumen und einer hohen Anzahl an Gästen ergeben sich ideale Lebensbedingungen für Bettwanzen.
Die Alpenvereine AVS (Alpenverein Südtirol), DAV (Deutscher Alpenverein) und ÖAV (Österreichischer Alpenverein) zählen mit knapp 600 Hütten in den Alpen zu den größten alpinen Gastgeber. Robert Kolbitsch, Ressortleiter Hütten & Wege im DAV-Bundesverband bemerkte in einer Pressemeldung: "Ich schätze, dass mindestens zehn Prozent unserer Hütten betroffen sind."
Auch wenn das Thema "Bettwanzen auf Berghütten" oft in den Medien erscheint, es besteht kein Grund zur Panik. Die Befallsquote dürfte nicht höher als in anderen Beherbergungsbetrieben sein.
Welche Berghütten hatten schon Bettwanzen ?
Die Datenlage ist fragmentiert, basiert auf freiwilligen Meldungen, Medienberichten und Erfahrungsberichten. Die nachfolgende Übersichtskarte erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bildet den aktuellen Stand der öffentlich dokumentierten Fälle ab. Die Jahre des Befalls sind zu den Hütten angegeben. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Daten aus der Vergangenheit handelt und nicht bedeutet, dass die angegebenen Berghütten aktuell befallen sind!
Wenn Sie einen Befall auf einer Berghütte feststellen, senden Sie uns bitte eine Mail an
Sind Bettwanzen auf Berghütten ein Hygienemangel?
Die Einschleppung erfolgt in der Regel unbemerkt durch Gäste, die die Bettwanzen in ihrem Gepäck, Schlafsäcken oder Kleidungsstücken von zuhause oder aus anderen Berghütten mitbringen. Ein Befall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern ist vielmehr eine Folge der zunehmenden Reiselust und den baulichen Gegebenheiten auf Berghütten.
Den Gästen der Berghütten muss bewusst sein, dass sie die Hauptlast zur Vermeidung eines Bettwanzenbefalls tragen. Informieren sie sich vor einer Wanderung, welche Empfehlungen und Vorgaben von den Alpenvereinen ausgegeben wurden und halten Sie diese strikt ein. Sprechen Sie andere Gäste, die Hüttenwirte oder Alpenvereine an, wenn Sie Abweichungen oder Missstände entdecken.
Selbst auf Berghütten, die alle Vorgaben perfekt umsetzen, läst sich ein Befall mit Bettwanzen nie zu 100% vermeiden. Der Hüttenbetreiber hat keine Chance, einen frühen Befall zu erkennen, da sich die Bettwanzen tief in den Fugen und Ritzen der hölzernen Einrichtung verstecken. Die nachfolgenden Gäste sind somit die Ersten, denen ein Befall anhand der Bisse auffallen dürfte. Aber Achtung: nicht jede Hautreaktion muss Bettwanzen als Ursache haben!
Aufgabenstellung bei der Bekämpfung
Die Bekämpfung von Bettwanzen auf Berghütten gilt als Königsdisziplin der Schädlingsbekämpfung, da diverse Faktoren die Herangehensweise und den Erfolg beeinflussen:
- Bauliche Gegebenheiten: Die hölzerne Bauweise mit vielen Fugen, Ritzen und Spalten, sowie eine unübersichtliche Raumgestaltung, bieten Bettwanzen zahlreiche Rückzugsorte, was die Bekämpfung aufwendig gestaltet.
- Erreichbarkeit: Viele Hütten liegen abseits befahrbarer Straßen und Wege, was den Transport von Geräten und Material behindert.
- Fehlende Infrastruktur: Fehlende Stromanschlüsse, oder nicht ausreichende Stromkapazitäten, verhindern den Einsatz von speziellen Geräten zur Wärmeentwesung. Tiefkühlgeräte oder Mikrowellen sind nicht auf allen Hütten vorhanden.
- Resistenzbildung: Eigenbehandlungen mit frei verkäuflichen Insektiziden oder der unsachgemäße Einsatz von Pestiziden kann zu Resistenzen führen.
Als Fachfirma haben wir uns ausschließlich auf die Bekämpfung von Bettwanzen im giftfreien Wärmeverfahren konzentriert, wofür wir mit dem renomierten Umweltsiegel "Blauer Engel" ausgezeichnet wurden. Wir sind mit den spezifischen Gegebenheiten und Anforderungen von Berghütten bestens vertraut.
Unsere THERMOkill Einsatzzentrale Süd in München ist zuständig für Berghütten in Deutschland, Österreich und Italien. Bei einem Verdacht auf Bettwanzen erreichen sie uns Montag bis Sonntags von 09:00 bis 20:00 Uhr unter 089 / 74 74 74 27 oder via Mail
Maßnahmen zur Bekämpfung
Bei der Bekämpfung von Bettwanzen auf Berghütten können verschiedene Methoden eingesetzt werden:
- Wärmebehandlung: Die Räume werden auf mindestens 52–60 °C erhitzt, um Bettwanzen in allen Entwicklungsstadien abzutöten. Diese Methode gilt als besonders effektiv und umweltverträglich. Die technische Umsetzung ist aufwendig und in abgelegenen Hütten, auch aus Gründen fehlender Infrastruktur, nicht immer umsetzbar.
- Chemische Behandlung (wird nicht von uns angeboten): Der Einsatz von Insektiziden ist möglich, jedoch mit diversen Risiken für Betreiber und Gäste besetzt, da mehrmalige Behandlungen erfolgen müssen. Pestizidbehandlungen sind nur sinnvoll und erfolgreich, wenn in den Räumen weiterhin Gäste nächtigen. Versteckte Bettwanzen werden vom CO² unserer Atemluft angezogen, kommen aus ihren Verstecken, laufen über die ausgebrachten Pestizide und sollen dann daran verenden. Zwischen den Behandlungen werden die Gäste noch immer Bettwanzen entdecken und von ihnen gebissen werden.
Die Vorstellung, sich vorsätzlich von Bettwanzen beißen lassen zu müssen, ist mehr als nur unschön ist. Sofern aber eine Wärmebehandlung aus technischen oder logistischen Gründen nicht möglich ist – was für viele Berghütten zutrifft –, stellt die mehrmalige Pestizidbehandlung mit den beschriebenen Nachteilen die einzige Möglichkeit der Bekämpfung dar.
Zudem besteht bei Pestizidbehandlungen die Gefahr von Resistenzbildungen, die eine erfolgreiche Behandlung unmöglich machen können. Pestizidbehandlungen dürfen nur von Schädlingsbekämpfern mit entsprechenden Zulassungen und Fachwissen durchgeführt werden. Niemals sollten Eigenbehandlungen mit Pestiziden durch den Betreiber der Berghütte erfolgen! - Spürhunde: In Berghütten verstecken sich die Bettwanzen in den vielen Fugen und Ritzen, was eine Erkennung durch uns Menschen erschwert. Speziell ausgebildete Bettwanzen-Spürhunde erschnüffeln mit ihren feinen Nasen Bettwanzen auch in Bereichen, die dem menschlichen Auge verschlossen bleiben.
Bettwanzen-Spürhunde sind somit optimal zur Lokalisierung eines Bettwanzenbefalls und zum Monitoring nach einer Behandlung geeignet.
Vorsorgemaßnahmen für Gäste und Hüttenwirte
Die Alpenvereine und Hüttenbetreiber müssen, schon aus wirtschaftlichen Gründen, verstärkt auf Prävention und Information setzen. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:
- Gepäckvorsorge: Gäste sollten ihr Gepäck vor und nach einer Bergtour gründlich kontrollieren. Schlafsäcke sowie Kleidung sind bei mindestens 40–60 °C zu waschen, für 72 Stunden bei -18 °C einzufrieren oder einer Gepäckbehandlung zu unterziehen.
- Rucksackaufbewahrung: In vielen Hütten dürfen Rucksäcke nicht mehr in die Schlafräume mitgenommen werden. Hierfür sollten separate Aufbewahrungsräume oder Boxen zur Verfügung sehen.
- Hüttenschlafsäcke: Die Benutzung eines Hüttenschlafsackes ist auf den AV-Hütten in Deutschland und Österreich verpflichtend.
- Mikrowellenbehandlung: Einige Hütten stellen Mikrowellen zur Verfügung, in denen Schlafsäcke vor der Nutzung erhitzt werden können, wodurch adulte Bettwanzen, ihre Larven und Eier abgetötet werden.
- Schulungsprogramme: Hüttenwirte und Mitarbeiter müssen regelmäßig geschult werden, um einen Befall frühzeitig zu erkennen und entsprechend handeln zu können. Gäste sollten aktiv auf das Problem mit Bettwanzen angesprochen und begleitende Handouts angeboten werden.
- Proaktive Kommunikation: Bei Verdacht auf einen Bettwanzenproblem ist eine offene Kommunikation gegenüber Gästen, benachbarten Hütten und dem Alpenverein zwingend erforderlich. Nur so kann eine weitere Ausbreitung schnell unterbunden werden.
Das Umweltbundesamt hat, in Zusammenarbeit mit den Alpenvereinen, einen Ratgeber für Hüttenwirte erstellt, damit diese sich und ihre Gäste vor Bettwanzen schützen, bzw. bei einem Befall richtig handeln können.
Leider werden die Empfehlungen von einigen Hüttenwirten nicht konsequent umgesetzt. Immer wieder berichten uns Kunden, dass auf den Hütten keine Vorsorge getroffen wurde und sie sich so Bettwanzen mit nach Hause genommen haben.
Gepäckbehandlung nach dem Hüttenbesuch
Sollten Sie auf einer Berghütte Kontakt mit Bettwanzen gehabt haben, bieten wir in den Stadtgebieten von
- München 089 / 74 74 74 27 oder
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. - Berlin 030 / 843 15 760 oder
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die Gepäckbehandlung mit unseren mobilen Wärmekammern an. Bisher hatten wir bei knapp 480 Behandlungen eine Erfolgsquote von 100 %, d.h. noch nie hatte danach ein Gast Bettwanzen in seiner Wohnung.