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Bettwanzen

Verbreitung, Verhalten, Vermehrung, Bisse und Resistenzen

Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist ein Kosmopolit. Seit dem Verbot von hochgiftigen Insektizieden wie DDT, und dem von Jahr zu Jahr zunehmenden Tourismus, schreitet ihre Verbreitung auch in Europa wieder massiv voran.

Die erwachsenen Tiere sind sehr dünn und erreichen Körperlängen zwischen 3,8 und 5,5 Millimeter, im vollgesogenen Zustand bis zu 9 Millimeter. Eier und Larven sind ca. 1 bis 2 mm lang.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bettwanzen liegt bei 6 bis 12 Monaten.

Bettwanzen ernähren sich vom Blut der Menschen und den bei ihnen lebenden Haustieren. Als nachtaktive Insekten bevorzugen Bettwanzen daher besonders die Nähe zu Schlafplätzen von Warmblütern.

Bettwanzen sind lichtscheu und daher nachtaktiv. Kurz vor Sonnenaufgang kommen sie aus ihren Verstecken und fallen über ihre Opfer her. Dabei kriechen sie nicht nur von unten auf das Bett, sondern lassen sich auch von der Zimmerdecke fallen.

Beliebte Verstecke der Bettwanzen sind enge trockene Ritzen, wie Tapetenränder oder Möbelritzen. Auch hinter Scheuerleisten, Steckdosenblenden, Kabelkanälen, Bildern und in Fernsehgeräten suchen sie am Tage Zuflucht.

In bereits befallenen Hotelzimmern verkriechen sie sich im Gepäck der Reisenden und sorgen so für Ihre weitere Verbreitung.

Männliche Bettwanzen sind rabiat und besteigen zur Fortpflanzung jeden Artgenossen. Dabei sticht das Männchen bei der Begattung ein Loch in das Weibchen und verbringt seinen Samen direkt in den Körper.

Nach der Befruchtung legt die weibliche Bettwanze täglich bis zu einem Dutzend Eier in ihren Verstecken ab. Vom Ei bis zur erwachsenen Bettwanze werden fünf Larvenstadien durchlaufen, wobei je Zyklus mindestens eine Blutaufnahme erfolgen muss.

Je nach Raumtemperatur und Nahrungszunahme dauert der Entwicklungsprozess zwischen 4 Wochen und mehreren Monaten.

life cyle of the bedbug

Adulte, also ausgewachsene Bettwanzen nehmen alle 3 bis 7 Tage Nahrung auf. Ihre Opfer identifizieren sie anhand von Körperwärme, Körpergeruch und dem Kohlendioxid der ausgeatmeten Atemluft.

Bettwanzen bevorzugen unbedeckte Körperflächen, wo sich die Blutgefäße direkt unter der Haut befinden. Da nicht bei jedem Stich gleich ein Gefäß angezapft werden kann, wandern sie stechend über die Hautoberfläche wodurch die für Bettwanzen typischen Bissreihen entstehen.
Je nach Sensibilisierung des Menschen auf das beim Stich eingebrachte Sekret, treten leichte Hautrötungen bis hin zu massiven Schwellungen auf, die von Juckreiz und Folgeinfektionen begleitet werden können.

Bisher wurden mehr als 20 verschiedene Krankheitserreger in den Bettwanzen nachgewiesen, unter anderem das Hepatitis-B-, das Hepatitis-C- und das HI-Virus. Insbesondere gelten Wanzen als Überträger des Q-Fiebers.

Nach dem Verbot des krebserregenen DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan), welches seit den 1940 Jahren als Kontakt- und Fraßgift eingesetzt wurde, entwickeln Bettwanzen heute immer größere Resistenzen gegen die weitverbreiteten Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide wie Acetamiprid, Dinotefuran (in Deutschland nicht zugelassen), Imidacloprid und Thiamethoxam, was eine wirksame Behandlung mit Insektengiften unmöglich macht.

Ein Gutachten der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist zu dem Schluss gekommen, dass sich die Neonicotinoide Acetamiprid und Imidacloprid schädlich auf die Entwicklung des Nervensystems bei Säuglingen und Kleinkindern auswirken. Die Lern- und Gedächtnisfunktion des Gehirns wird unter Umständen beeinträchtigt

Das Bundesumweltamt geht davon aus, dass Wirkstoff- und Kreuzresistenzen ein Hauptfaktor für die massive Ausbreitung der Bettwanze sind.